10 Jahre Amt des Kulturstaatsministers – Gespräch mit Monika Grütters Am 28. Oktober 2008 wird das Amt des Beauftragten für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt 10 Jahre alt. Vier Kulturstaatsminister haben es bislang ausgefüllt. Deutschland Radio Kultur sprach mit Monika Grütters über die bisherigen Leistungen und zukünftigen Perspektiven, die mit dieser Aufgabe verbunden sind. Audio-Datei im mp3-Format (5:31 min / 1,9 MB) Mit der Entscheidung für die Einrichtung des Amtes hat in den Augen der Politikerin die Frage nach der Position und der Vertretung der Kultur auf Bundesebene eine gute Antwort gefunden. Die gesamtstaatliche Bedeutung der Kultur werde dadurch ganz klar gestärkt. Damit sei eine deutliche Bewusstseinsänderung über den Wert der Kultur in der Bevölkerung einhergegangen. Die Kulturnation Deutschland habe über Ländergrenzen hinweg eine Stimme und ein Gesicht erhalten. Monika Grütters würdigte die Leistungen der einzelnen Amtsinhaber, des Verlegers Michael Naumann, des Philosophen Julian Nida-Rümelin, der Literaturwissenschaftlerin und frühere Hamburger Kultursenatorin Christina Weiss und des jetzigen Vollblut-Politikers im Amt, Bernd Neumann. Er habe so viel bewegt wie keiner vor ihm.  Monika Grüttters und Bernd Neumann zur Wiedereröffnung des Hauses der Kulturen der Welt. © J.Jansch
Erst mit Bernd Neumann seien die Rahmenbedingen für die Kultur in Deutschland erheblich verbessert worden. Seit 2005 stieg der Etat für Kultur zum dritten Mal in Folge um inzwischen mehr als 6 Prozent. Darüber hinaus erinnerte die Kulturpolitikerin an das Kulturinvestitionsprogramm von 400 Millionen Euro. Schwierige Aufgaben wie die Förderung der Filmwirtschaft wurden neu geregelt. Strittige Herausforderungen wie das Gedenkstättenkonzept des Bundes seien auf den Weg gebracht. Die wertvollste Leistung Bernd Neumanns ist für Monika Grütters jedoch die nun beschlossene Umsetzung des Sichtbaren Zeichens, des Gedenkens und der Dokumentation der Geschichte über die Vertreibung in Europa. Die Weiterentwickung des Amtes des Beauftragten für Kultur und Medien hin zu einem Ministerposten sowie dessen inhaltliche Erweiterung um die Auswärtige Kulturpolitik wären in ihren Augen ein wichtiger, nächster Schritt für die kulturpolitische Vertretung des Bundes. Politisch sei das schon deshalb gerechtfertigt, weil es auch Ausdruck des Selbstverständnisses der Kulturnation Deutschlands sei.  |