Prof. Monika Grütters, MdB,Vorsitzende des Kulturausschusses |
 



   
Interview - 30.03.2010
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Monika Grütters zu Gast bei Thadeusz

Am 30. März 2010 war die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Prof. Monika Grütters MdB, zu Gast bei Jörg Thadeusz. Sie berichtete über ihr Verhältnis zum Regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, ihre Einladung zum Dinner mit Barack Obama und warum sie in die CDU eintrat.

Das gesamte Interview (29 Minuten; Video - Datei) finden Sie hier.

Auf die Feststellung von Jörg Thadeusz, dass Monika Grütters eigentlich Regierende Bürgermeisterin von Berlin sein könnte, winkte die Abgeordnete ab und bekräftigte, dass ihre Arbeit im Deutschen Bundestag ihr viel Spaß mache. Allerdings würde sie es begrüßen, wenn bei der Amtsführung von Klaus Wowereit „ein bisschen mehr für Berlin herauskäme. Also etwas mehr Vision, etwas mehr Eifer, etwas mehr Leidenschaft für die Stadt.“

Persönlich komme sie mit Klaus Wowereit gut aus. Bekannt seien die beiden seit ungefähr 10-15 Jahren. Im Gegensatz zum Berliner Bürgermeister duzt Monika Grütters die Bundeskanzlerin jedoch nicht. „Das ist zwar auch eine Bundestagskollegin, aber ich sage gern mit Respekt „Frau Kanzlerin“, denn das hat ihr bis jetzt noch keiner vor- und keiner nachgemacht. Die erste Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, das finde ich toll“, hob Monika Grütters hervor. 

 „Mein Name ist Monika Grütters, ich bin 48 Jahre alt und unverheiratet“, erfährt der Zuhörer, während Monika Grütters ihre „Akte“ vorliest, die die Redaktion eigens für diese Sendung angelegt hat. „Seit 1989 lebe ich in Berlin. Meine Heimatstadt ist Münster/Westfalen. Bereits 1980, also mit 18 Jahren, bin ich in die CDU eingetreten. Mittlerweile bin ich in der zweiten Wahlperiode Abgeordnete des Deutschen Bundestages und seit 2009 Vorsitzende des Kulturausschusses.“

Als das Gespräch auf Monika Grütters` Einladung zum Alfalfa-Dinner kommt, erzählt sie gern über dieses großartige Erlebnis und von ihren dortigen Erfahrungen und Eindrücken. „Traditionell findet das sogenannte Alfalfa-Dinner am letzten Wochenende im Januar in Washington statt. Da werden die ehemaligen und jetzigen Minister zum amtierenden amerikanischen Präsidenten eingeladen. Im Anschluss an die Begrüßung des Präsidenten des Alfalfa-Clubs erscheint der amerikanische Präsident persönlich, und dann werden sehr launige Reden gehalten, mit Wortwitz gespickt und etwas sarkastisch“, beschrieb Monika Grütters den Abend. Barack Obama habe eine unglaubliche Ausstrahlung, und es sei gut, dass es auf der Welt auch solche charismatischen Staatsmänner gäbe.

Auch in der CDU gab es schon ganz große Persönlichkeiten, betonte Monika Grütters und nennt als Beispiel Konrad Adenauers Leistungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Was heute selbstverständlich erscheine, sei damals nur eine von zwei großen Optionen gewesen. Mit großer Weitsicht und dem richtigen Wertefundament habe er sich in die Richtung einer freiheitlicheren Welt begeben. „Das finde ich immer noch und immer wieder sehr bewundernswert.“

Monika Grütters` CDU-Eintritt im Jahre 1980 hatte nichts mit dem Scheitern des Kanzlerkandidaten Franz Joseph Strauß zu tun, sondern vielmehr „weil vorbildliche Persönlichkeiten in Münster hatte, die glaubwürdig Politik machten und denen ich beim Wahlkampf geholfen habe.“ Auch wenn CDU und SPD damals „sehr nach alten Männern in Anzügen“ aussahen, lag ihr das näher, als der Eintritt in eine andere Partei, die zu der Zeit als „jugendlicher“ galt. „Ich fand es damals attraktiv, Biedenkopf zu unterstützen. Zu dem Zeitpunkt hatte Kohl gerade Herrn Worms in Nordrhein Westfalen installiert, und ich fand das falsch, weil Biedenkopf der fortschrittlichere und modernere war.“ Innerhalb der Union, gebe es ein Wertefundament, das für sie nicht zur Debatte stehe und das fände sie in der CDU eher, als in anderen Parteien, unterstrich Monika Grütters ihre Entscheidung.

In diesem Sinne erinnert sich Monika Grütters gern an die Scharfsinnigkeit von Heiner Geißler, der u.a. auch den Begriff „multikulti“ prägte. „Heute sieht man darin ein willkürliches Nebeneinander von Lebensstilen, das sich als Gesellschaftsmodell nicht eignet, deshalb ist der Begriff jetzt verpönt. Auch für die Integrationspolitik gilt er so nicht mehr. Aber Heiner Geißler hat damals gemeint: wir möchten, dass sie hier leben, wir möchten, dass sie hier integriert werden, wir brauchen sie alle für unsere Gesellschaft.  Diese Ideen Heiner Geißlers sind noch immer gültig, z.B. in der Wahrnehmung Deutschlands als Integrationsland“, so Monika Grütters. 

Das sehr schlagfertige Gespräch zwischen Jörg Thadeusz und Monika Grütters ging schnell zu Ende – eine temporeiche und fröhliche Begegnung.
   
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