Delegationsreise in die Türkei
Vom 23. bis 28. Februar 2009 entsandte der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien einige Mitglieder auf Delegationsreise in die Türkei. Auch Monika Grütters gehörte zu den Teilnehmerinnen. Reisestationen waren Istanbul, Ankara, Diyarbakir, Batman und Mardin.
In einem einführenden Gespräch erinnerte der deutsche Botschafter in der Türkei, Dr. Eckart Cuntz, an die bis weit ins 19. Jahrhundert reichenden Verbindungen zwischen beiden Ländern. Deutschland genieße traditionell großes Ansehen in der Türkei als bewährter Freund und wichtiger Wirtschaftspartner. Als Heimat von mehr als 3 Millionen Menschen türkischer Abstammung spiele es eine Sonderrolle in den Beziehungen der Türkei zu den Mitgliedstaaten der EU.
In der türkischen Öffentlichkeit werde die Erwartung deutscher Unterstützung der EU-Beitrittsverhandlungen als Ausdruck dieser Sonderrolle Deutschlands im Verhältnis zur Türkei verstanden. Äußerungen deutscher Politikerinnen und Politiker zur Türkei und ihrer Beitrittsperspektive würden aufmerksam verfolgt.

Delegation mit dem Botschafter Dr. Eckart Cuntz
Eine zunehmend wichtige Rolle nehme in Anbetracht der großen Zahl von Menschen türkischer Abstammung in Deutschland und einer in die Millionen gehenden
Zahl von Rückkehrern in die Türkei im bilateralen Verhältnis Fragen der Migration und Integration ein. Die Politik der Bundesregierung zur Verbesserung der Integration von Migrantinnen und Migranten (Integrationsgipfel, Nationaler Integrationsplan, Islamkonferenz) stoße auf großes Interesse und werde von der türkischen Regierung begrüßt.
Historische Sommerresidenz der Deutschen Botschaft in Istanbul
Die historische Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya, ca. 15 km nördlich vom Stadtzentrum Istanbuls gelegen, ist ein Stück Geschichte der türkisch-deutschen Beziehungen. Das Grundstück war eine Schenkung durch Sultan Abdulhamid II. an das Deutsche Reich im Jahre 1880. Im Februar 1885 stimmte der Reichstag dem Bauvorhaben einer Sommerresidenz zu. Vier große historische Gebäude befinden sich heute auf dem Gelände und sind in einem mehr oder weniger guten baulichen Zustand. Die Republik Türkei achtet bis heute das deutsche Eigentumsrecht.
Inzwischen hat die deutsch-türkische Industrie- und Handelskammer in einem der historischen Gebäude ihren Sitz. Die Sommerresidenz selbst wird als Ort der Begegnung und des deutsch-türkischen Dialogs genutzt. Im sogenannten Haus des Botschafters finden offizielle Veranstaltungen für Kultur, Politik und Wirtschaft der Botschaft und des Generalkonsulats statt. Auf dem Parkgelände gibt es eine Kapelle, die von der katholischen und der evangelischen Kirche genutzt wird.

Delegation mit dem Botschafter vor der Sommerresidenz
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