Prof. Monika Grütters, MdB,Vorsitzende des Kulturausschusses |
 



   
Reisebericht
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Reisebericht Vietnam

In ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien wurde Monika Grütters vom Goethe-Institut eingeladen, den Abschluss des „Deutschlandjahres“ in Vietnam gemeinsam mit dem Präsidenten des Goethe-Instituts, Prof. Dr. Klaus Lehmann, zu begehen. Anlass für das Datum der Reise, 14-18. Januar 2011, war die Aufführung der Oper  „Parzival“ im Opernhaus von Hanoi am 14. Januar. Beginn der Reise war Donnerstag, 13. Januar 2011, mit einem Flug von Berlin über Paris nach Hanoi, wo die Abgeordnete am Freitag, 14. Januar 2011, morgens um 6.00 Uhr gelandet ist und von der Leiterin des dortigen Goethe-Instituts, Dr. Almut Meyer-Zollitsch, abgeholt wurde.

Von ihr wurde Monika Grütters auch ins Hotel begleitet, von wo aus sie sich um 9.30 Uhr zum Goethe-Institut in Hanoi gefahren bin. Diese Einrichtung besteht inzwischen seit 1997 und bietet unterschiedliche Programme im Bildungs – und Kulturbereich an. Im letzten Jahr konnte das Goethe-Institut in Hanoi in knapp 100 Programmen und Veranstaltungen mehr als 30.000 Teilnehmer registrieren. Auch die Bibliothek ist mit über 8000 Entleihungen von mehr als 2500 verschiedenen EntleiherInnen gut angenommen. Herzstück der Arbeit des Goethe-Instituts Hanoi sind aber die Sprachkurse. Im Jahr 2009/2010 konnten 193 Kurse mit über 3200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen angeboten werden.

Interessant an dem Besuch im Goethe-Institut war nicht nur die Begegnung mit den fast ausnahmslos vietnamesischen Mitarbeiterinnen, sondern vor allem die Begutachtung dieser wirklich spektakulären Immobilie. Der erste Leiter des Instituts in Hanoi, Dr. Franz-Xaver Augustin, der mittlerweile Regionalleiter für Südostasien ist, war auch anwesend und konnte uns erzählen, wie er diese eindrucksvolle Immobilie für das Goethe-Institut sichern konnte.

In Hanoi sind die Grundstückspreise und Immobilien so hoch, dass bemerkenswert ist, wie Augustin dieses Haus im französischen Kolonialstil zu sehr günstigen Konditionen für Deutschland sichern konnte. Bevor des Gebäude von Augustin und seinen Mitarbeitern auf dem Wege einer Public-Private-Partnership renoviert werden konnte, war die Immobilie völlig heruntergekommen. Ein privater Investor hat bei der Finanzierung geholfen, dessen Investitionen werden nun vom Goethe – Institut binnen 10 Jahren zurückgezahlt – eine echte win-win-Situation für beide Seiten.

Im Goethe-Institut konnte die Abgeordnete ein langes Gespräch mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen führen, die uns vor allem über den Verlauf des jetzt zu Ende gehenden „Deutschlandjahres“ berichteten. Für dieses Deutschlandjahr in Vietnam wurden insgesamt 1,2 Millionen Euro aufgewendet, von denen die Hälfte vom Auswärtigen Amt kommt und die andere Hälfte über das Goethe-Institut und ortsansässige Unternehmen aufgebracht wird.


Monika Grütters und Goethe-Präsident Prof. Lehmann (7. von links) im Goethe-Institut Hanoi.

Den Start vor einem Jahr bildete die Aufführung von Beethovens „Neunter Symphonie“ in den Opernhäusern von Hanoi und Saigon, im Mai waren die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker im Land. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Veranstaltungen mit ortsansässigen und deutschen Kulturinitiativen in Vietnam. Der krönende Abschluss war allerdings die Aufführung der Oper „Parzival“ unter dem Titel „Der durch das Tal ging“ durch vietnamesische Künstler unter Leitung eines deutschen Regieteams. Dieses Team unter Leitung der Regisseurin Beverly Blankenship aus Berlin bestand des Weiteren aus dem Dirigenten Pierre Oser, dem Choreographen Henning Paar und dem Dramaturgen Christoph Maier-Gehring. Über Wochen hinweg hat das Team diese Oper mit den vietnamesischen Darstellern einstudiert, nachdem der berühmte Theaterautor Tankred Dorst und seine Frau, Ursula Ehler-Dorst, den Text angepasst hatten.

Vor allem diese lange Erarbeitungsphase, so das Team des Goethe-Instituts im Rückblick, ist die wertvollste Erfahrung, weil die Künstler grundlegend trainiert werden konnten durch deutsche Profis und am Ende einen beglückenden Erfolg mit ihre Aufführungsleistung erleben konnten. Die Oper ist dreimal aufgeführt worden -  nicht häufiger, weil in der Oper von Hanoi keine festinstallierten Ensembles existieren und man deshalb seitens des Goethe-Instituts vom Equipment über den Abenddienst bis hin zu den Künstlern alles selbst organisieren und vor allem auch finanzieren muss. Deshalb reichte das Geld nur für drei Aufführungen.

Die Premiere hat die Abgeordnete am Freitag, 14. Januar, erleben können. Für sie gehörte es mit zu dem Eindrucksvollsten, was sie in ihrer Laufbahn gesehen hat. Spannend daran war vor allem zu sehen, wie ein „urdeutscher Stoff“ - eine Entwicklungsgeschichte des jungen Toren Parzival hin zu einem menschlichen Wesen über das Mitleiden und Miterleben im menschlichen Umgang einerseits erhalten bleiben, andererseits quasi „auf Vietnamesisch“ aufgeführt werden konnte. Dass diese Botschaft auch in Vietnam das Publikum erreichen und über den typischen vietnamesischen Ausdruckstil vermittelt werden konnte, war faszinierend. Hier ist sichtbar geworden, wie deutsche Kultur und vietnamesische Mentalität und Ausdrucksweise miteinander zu einem beglückenden Kulturereignis verschmolzen sind.

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