Filmtipp: François Ozon "Frantz"

Der Spielfilm "Frantz" des französischen Regisseurs François Ozon („8 Frauen“, „Das Schmuckstück“, „Jung & Schön“ etc.) spielt kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dreht sich um die junge Deutsche Anna, die um ihren in Frankreich gefallenen Verlobten trauert.

Eines Tages trifft Anna auf den mysteriösen Franzosen Adrien, der das Grab des Gefallenen besucht und Blumen niederlegt. Anna und Adrien freunden sich an, die Eltern des Verstorbenen nehmen den Franzosen nach ersten Zweifeln und trotz aller Anfeindungen im Ort bei sich auf. Doch dann verschwindet dieser plötzlich. Anna fährt auf Anraten der Verwandten nach Paris, um Adrien suchen.

Fast der gesamte Film ist in Schwarz-Weiß gedreht. Die wenigen Szenen in Farbe sind den Erinnerungen deutsch-französischer Freundschaft gewidmet – auch wenn nicht klar ist, ob jene eher Wunsch oder tatsächlich Wirklichkeit sind.  Über die filmische und die inhaltliche Ebene baut Ozon in „Frantz“ einige überraschende Wendungen ein und lässt die Illusionen und Sehnsüchte seiner Figuren teilweise ins Leere laufen.

Die deutsche Jungschauspielerin Paula Beer gibt ihrer Rolle Anna, der Verlobten des gefallenen deutschen Soldaten, eine überzeugende Intensität. Sie trägt den Film durch das nuancierte Spiel mit Emotionen der Trauer, der Freude und der Wut.  Beim Festival von Venedig 2016 wurde sie mit dem Marcello-Mastroianni-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Ihre Ausstrahlung erinnert bereits manch einen Kritiker an Romy Schneiders Auftritte im französischen Kino der 70er Jahre.