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Ausstellungstipp
„Der geteilte Himmel“ - die neue Hängung in der Neuen Nationalgalerie

Nach der Ausstellung „Moderne Zeiten“, die die Sammlung der Neuen Nationalgalerie aus der Zeit 1900-1945 vorstellte, widmet sich die Nationalgalerie mit ihrer grandiosen neuen Hängung „der geteilte Himmel“ der Nachkriegszeit zwischen 1945-1968.

Standen im Zentrum der ersten Ausstellung noch die Apokalypse zweier Weltkriege und die im Rückblick fast unwirklich anmutenden „goldenen 1920er Jahren“, so sind es nun andere Kontraste, die die neue Hängung so spannungsgeladen und atemberaubend machen. Die düstere Zerstörung des Zweiten Weltkrieges steht dem Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder gegenüber. Mauerbau, Kuba-Krise und Vietnam-Krieg sind Wegmarken des neuen Konfliktes zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion. Die Kälte dieses Konfliktes mit seinen scharfen Fronten und der klarer und strenger werdenden Abgrenzung dominieren auch die Atmosphäre dieser Ausstellung.


Die neue Nationalgalerie in Berlin-Mitte.© Manfred Brückels

Der Systemkonflikt findet seine Entsprechung auch in der Kunst: in Ost und West stehen sich mit Figuration und Abstraktion zwei konkurrierende Ausdrucksweisen häufig genug unvereinbar gegenüber, die kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch beide zusammengedacht wurden, um ein Ventil für die Beschreibung der Kriegsschrecken zu finden. Je stärker jedoch der politische Graben zwischen Ost und West wird, desto unterschiedlicher werden auch die Stile, die die Kunst in beiden Teilen des Landes pflegt. Die neue Hängung in der Nationalgalerie lässt diese Welten bisweilen ungebremst aufeinanderprallen. Der deutsch-deutsche Konflikt zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion wird erst zum Ende der Ausstellung aufgebrochen, wenn die heranwachsende  68er-Generation im Westen die klaren Trennungslinien hinterfragt. Mit Happening und Pop-Art erwacht der in der Kunst stets angelegte Widerspruchsgeist auf westlicher Seite zu neuem Leben und sorgt dafür, dass politische wie künstlerische Traditionen immer wieder hinterfragt werden.

Die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie vermittelt auf eine ganz eigene Weise einen Eindruck deutsch-deutscher Geschichte. Darauf weist auch der Titel der Ausstellung hin. „Der geteilte Himmel“ so nannte die kürzlich verstorbene Schriftstellerin Christa Wolf ihre Erzählung aus dem Jahr 1963, in der die tragische Liebe zweier junger Menschen geschildert wird. Die Trennung in Ost  und West macht im Buch auch vor zwei Liebenden nicht halt – in der Ausstellung der Neuen Nationalgalerie wird deutlich, dass auch die Kunst sich von diesem schädlichen Einfluss nicht gänzlich befreien konnte.

   
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