Die Frauen des 20. Juli 1944

15.05.2019

In Würdigung der Frauen des Widerstands vom 20. Juli 1944 luden die kulturpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Elisabeth Motschmann MdB und die Präsidentin der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft Michaela Noll MdB am 14. Mai 2019 Angehörige der Widerstandskämpfer und Mitglieder des Bundestags in den Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft ein. Neben Reden von Monika Grütters und dem Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Dr. Johannes Tuchel, führte Elisabeth Motschmann ein Gespräch mit Konstanze von Schulthess-Rechberg, der Tochter von Nina und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Sie erzählte von ihren Erinnerungen und ihrem Familienleben nach dem Verlust des Vaters. 2008 veröffentlichte sie eine Biographie über ihre Mutter.

In Erinnerung sind meist die Widerstandskämpfer um Stauffenberg, die einst für die Wiederherstellung der „zerbrochenen Freiheit des Geistes, des Gewissens, des Glaubens und der Meinung“ ihr Leben gegeben haben, doch dieser Abend galt deren Frauen und den engsten Angehörigen der Attentäter:

„Sie bestärkten ihre Männer, ihrem Gewissen zu folgen. Sie gaben ihnen Halt und Kraft auf dem schweren Weg in den Tod. Der Preis, den sie für ihre familiäre Zugehörigkeit zum Widerstand zahlen mussten, war hoch: Sie verloren nach dem Attentat ihre Ehemänner. Sie wurden in Sippenhaft genommen. Ihre Kinder wurden in Heime gebracht, ihrer Identität beraubt und umerzogen“, so Monika Grütters, die in ihrer Rede auch einen Bogen in unsere heutige Zeit schlug: „Die Überzeugungen der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 leben heute fort in einem Rechtsstaat, der Freiheit und Menschenrechte schützt und die Würde des Menschen als unantastbar achtet. Umso bitterer und beschämender ist die Vereinnahmung von Personen und Symbolen des Widerstands durch Rechtspopulisten. Dieser schändlichen Vereinnahmung müssen wir historische Fakten und politisches wie auch zivilgesellschaftliches Engagement entgegen setzen.“