„Frauen in Kultur und Medien“ - Vortrag bei der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

27.09.2019

Auf Einladung von Yvonne Magwas MdB nahm Monika Grütters am 26. September 2019 an der Sitzung der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion teil.

Die Gruppe, die sich auf allen Ebenen nicht nur, aber vor allem für frauenpolitische Themen einsetzt, trifft sich in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestages regelmäßig zu Gesprächen mit Expertinnen und Experten. Monika Grütters nahm diese Einladung gerne an, um der Gruppe der Frauen aus ihrer Perspektive als Staatsministerin für Kultur und Medien über die Kulturpolitik des Bundes und über die Rolle von Frauen in Kultur und Medien zu berichten.

Gleich zu Beginn ihrer Ausführungen unterstrich Monika Grütters, dass in der Kultur- und Medienszene noch viel gleichstellungspolitische Arbeit geleistet werden muss. Ungleiche Chancen von Frauen und Männern hätten auch in der Kunst und Kultur eine lange Tradition, die leider bis heute fortdauert und die es durch gemeinsame Anstrengungen zu ändern gilt. Monika Grütters belegte dies mit den Ergebnissen einer im Jahr 2016 durch sie in Auftrag gegebenen durch den Kulturetat finanzierten Studie. Diese Studie des Deutschen Kulturrates führte zu der erschreckenden Erkenntnis, dass Frauen in den Führungsetagen von Kultureinrichtungen, Medienunternehmen und Kulturverbänden sowie am Kunstmarkt nach wie vor deutlich unterrepräsentiert sind. Monika Grütters erwähnte hier, dass immer noch fast 90% aller Regionalzeitungen von männlichen Herausgebern und Chefredakteuren geleitet werden. Anlässlich dieses ernüchternden Befundes bat Monika Grütters hochrangige Akteurinnen und Akteure zu einem Runden Tisch, um gemeinsame Maßnahmen für mehr Chancengleichheit zu entwickeln, die sie im Juli 2017 vorstellte. Dazu gehören insbesondere die paritätische Besetzung von Gremien, Jurys und Auswahlkommissionen. Auf Basis der Empfehlungen des Runden Tisches „Frauen in Kultur und Medien“ wurde auch ein beim Deutschen Kulturrat angesiedeltes Projektbüro eingerichtet, das nun über einen Zeitraum von drei Jahren aus dem Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien gefördert wird. Dieses Projektbüro hat unter anderem ein Mentoringprogramm ins Leben gerufen, an dem sich Monika Grütters auch persönlich als Mentorin beteiligt; es richtet sich gezielt an Frauen aus der Kultur- und Medienbranche, die professionellen Rat für ihre berufliches Vorankommen suchen. Die große Anzahl der Bewerberinnen für das Mentoringprogramm unterstreicht, dass Frauen entgegen weitläufiger Behauptungen einen ausgeprägten Willen haben, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Des Weiteren wies Monika Grütters in Bezug auf die #MeToo-Debatte auf die Logik größerer Parität hin, die sicherlich die wirksamste Prävention gegen den schockierenden Machtmissbrauch in vielen Kulturbranchen sei. Auch hier hat die Beauftragte für Kultur und Medien mit einer Finanzierung von 100.000 Euro eine Initiative zur Errichtung einer Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt unterstützt, an die sich Betroffene anonym und vertrauensvoll wenden können.

In ihren abschließenden Bemerkungen stellte Monika Grütters fest, dass sich die Erkenntnis durchsetze, dass es nicht allein um Gleichberechtigung geht, sondern auch um künstlerische, kulturelle und mediale Vielfalt und um einen Gewinn an Perspektiven und Potentialen. Sie betonte: „Es geht nicht allein um Gleichberechtigung. Es geht auch darum anzuerkennen, dass gemischte Teams besser funktionieren und erfolgreicher sind. Es handelt sich nicht um Partikularinteressen, sondern um eine gesamtgesellschaftliche gemeinsame Sache!“