Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 150 Jahre Dominikanerkirche St. Paulus Berlin

30.09.2019

Am Abend des 27. September 2019 fand anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Dominikanerkirche St. Paulus ein musikalischer Orgelabend statt. Auf Einladung der Patres Dr. Thomas Grießbach und Michael Dillmann nahm Monika Grütters an der Jubiläumsveranstaltung teil, bei der sie mit großer Freude Texte des für den Dominikaner-Orden so wichtigen „Mystiker-Dreigestirns“ Meister Eckart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse vortrug.

Die Geschichte der im Bezirk Mitte liegenden Dominikanerkirche lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. 1245 erbaut und im Jahre 1297 als Konvent angenommen, war die Kirche Teil eines Dominikanerklosters, bis sie, nachdem die Reste der Klosterbaulichkeiten bereits 1716 beseitigt worden waren, 1747 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Im Jahre 1869 wurde am heutigen Standort eine Kesselschmiede mit einem kleinem Wohnhaus zu einer Kapelle und einem Kloster umgebaut. Noch im gleichen Jahr, am 4. August 1969, wurde zum Fest des heiligen Dominikus die Kapelle dem heiligen Apostel Paulus geweiht. Die St. Paulus-Kapelle überstand sowohl den sog. Moabiter Klostersturm vom 16. August 1869, bei dem eine durch antikatholische Stimmung aufgebrachte Menschenmenge das Kloster stürmte, als auch den preußischen Kulturkampf. In den Jahren 1892/93 wurden nach Plänen des Baumeisters Engelbert Seibertz die heutige St. Paulus-Kirche und das dazugehörige Konventswohnhaus errichtet, für deren Neubau jedoch die ursprüngliche St. Paulus-Kapelle abgerissen werden musste.
Die Dominikanerpfarrei St. Paulus, die seit Anfang dieses Jahres ein Teil der Pfarrei St. Elisabeth ist, besteht heute aus ca. 5.000 Gemeindemitgliedern. Seit ihrer Gründung 1895 wird die Pfarrei von Dominikanern geleitet.

In Ergänzung zur Orgelmeditation las Monika Grütters zunächst einen Auszug aus einer Predigt mit dem Titel: „Beati pauperes spiritu“ – Von der höchsten, der reinsten und der dichtesten Armut, nicht zu wollen, nicht zu wissen und nicht zu haben: Gott wird eins mit dem Geiste“ von Meister Eckart. Abschließend las Monika Grütters einen Text aus dem Werk „Das Leben des seligen Heinrich Seuse“. Dabei handelt es sich um ein „autobiographisches“ Werk des Mystikers, vergleichbar der „Geschichte einer Seele“ der Therese von Lisieux.

„Die Unterstützung christlichen Engagements und die Förderung lebendiger Kirchengemeinden ist stets ein großes Anliegen. Christliche Werte sind auch im politischen Alltag ein wichtiger Maßstab“, betont Monika Grütters, die sich ehrenamtlich im Zentralkomitee deutscher Katholiken engagiert.