Koch.Kunst.Kultur. – Kirchenruine St. Michael als interkultureller Treffpunkt

03.09.2019

Am 29. August 2019 lud der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, knapp 100 Gäste in die Ruine der St. Michaelskirche in Berlin-Kreuzberg zum Sommerfest unter dem Motto „Koch.Kunst.Kultur“ ein.

In der Kirchenruine erinnerte Monika Grütters in ihrer Rede daran, welch hohe Bedeutung Kirchengebäude weit über die Gemeinschaft gläubiger Christen hinaus haben. „Sakralbauten sind angesichts der hohen Wertschätzung in unserer Gesellschaft ein ‚Pfund‘, mit dem die Gemeinden ‚wuchern‘ können - ein Schatz, der auch dem Zusammenhalt in Vielfalt in einer pluralistischen Gesellschaft zugutekommt.“, so Monika Grütters.

Der Erzbischof von Berlin hieß außerdem die Künstlerin Uli Aigner willkommen, die mit ihrem Kunstprojekt ONE MILLION einen bleibenden Eindruck hinterließ: Per Hand töpfert sie eine Million Porzellanunikate und nummeriert jedes Objekt dabei fortlaufend mittels einer Gravur. Der jeweilige Standort eines jeden Gefäßes ist online abrufbar. Uli Aigner erklärt: „Mit dem Projekt ONE MILLION entsteht über die Jahre ein weltweites Netzwerk, das die Besitzer dieser Porzellangefäße überall auf der Welt verbindet.“

Die dargebotenen internationalen Spezialitäten durften die Gäste aus den signierten Porzellanschalen genießen; für die musikalische Untermalung sorgte die Berliner Brass-Band “Schnaftl Ufftschik“.

Das erst 1930 gegründete Bistum Berlin wurde im Jahre 1994 zum Erzbistum erhoben und umfasst nicht nur die Hauptstadt, sondern auch große Teile Brandenburgs und Vorpommern bis zur Ostsee. Die unter Denkmalschutz stehende St. Michael Kirche wurde in den Jahren 1851 bis 1861 vom Schinkelschüler August Soller als zweite katholische Kirche Berlins errichtet. Einst rühmte Theodor Fontane das Gotteshaus als die schönste Kirche Berlins. Der Sakralbau trug durch den Zweiten Weltkrieg und die Teilung schwere Schäden davon, sodass der Mittelteil des Backsteinbaus eine Ruine ist.