„Lehrmeister der Toleranz und Verständigung“ – Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille an Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

10.09.2019

Am Abend des 9. September 2019 fanden sich Monika Grütters, Prof. Dr. Norbert Lammert (Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung), Prof. Dr. Julius H. Schoeps (Vorstand der Moses Mendelssohn Stiftung), zahlreiche Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin ein, um Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama feierlich die Moses Mendelssohn Medaille zu überreichen.

Die Begrüßung durch Prof. Dr. Norbert Lammert thematisierte die komplexen Problematiken des derzeitigen interreligiösen Zusammenlebens in Deutschland. Nach den einführenden Worten und Ausführungen zur Geschichte der Moses Mendelssohn Medaille durch Prof. Dr. Julius H. Schoeps, hielt Monika Grütters im vollbesetzen Auditorium die Laudatio auf Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama.

In ihrer Rede bekräftigte Monika Grütters, dass Rabbiner Prof. Dr. Nachama als „Wegbereiter interreligiöser Verständigung und Versöhnung geradezu prädestiniert“ sei, denn er besitzt „die Fähigkeit, das Verbindende über das Trennende zu stellen und damit eine Gesprächsatmosphäre der Offenheit und Wertschätzung zu schaffen.“ Des Weiteren betonte Monika Grütters Nachamas Begabung der Bedachtsamkeit: „Ihre Nachdenklichkeit und Besonnenheit tun der Erinnerungskultur in diesem Land gut.“ Dabei sei Nachama stets  „Unaufgeregt und differenziert statt alarmistisch und verallgemeinernd.“

In seiner kurzen Dankesrede blickte Nachama nicht nur auf die Anfänge seines Lebens und das Wiederaufleben jüdischer Kultur in Deutschland und insbesondere Berlin zurück, sondern richtete seinen Blick auch auf die Zukunft. Nachama will sich auch zukünftig für einen interreligiösen Dialog, Toleranz und Völkerverständigung einsetzen und dabei ebenfalls historische Arbeiten fortführen „nicht nur aber vor allem zur NS-Zeit“, betonte er.

Der 1951 als Sohn von Holocaust Überlebenden geborene Andreas Nachama ist seit Februar 2019 Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands und seit 1994 Direktor der Stiftung „Topographie des Terrors“ in Berlin.

Die seit 1993 verliehene Medaille wird an herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens vergeben, die sich im Sinne des Denkens des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn gegen Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus und für gesellschaftliche Toleranz und Völkerverständigung einsetzen.