Regionenkonferenz des Synodalen Wegs „Fünf Orte – ein Weg“

10.09.2020

Am 4. September 2020 fanden an fünf Orten in Deutschland - Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und München - Regionenkonferenzen des Synodalen Weges statt. Insgesamt nahmen mehr als 230 Mitglieder der Synodalversammlung sowie Beraterinnen und Berater des Synodalforums „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche” und des Synodalforums „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft” daran teil, darunter auch Monika Grütters. Das Motto der parallel stattfindenden Veranstaltungen lautete „Fünf Orte – ein Weg“.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Präsident des Synodalen Weges, Prof. Dr. Thomas Sternberg, würdigte den weiteren Schritt des Synodalen Weges: „Wir haben in Dortmund einen kritisch-selbstkritischen Austausch an sachlichen Argumenten und persönlichen Erfahrungen erlebt. Die Pandemie stellt grundsätzliche Fragen – gesellschaftlich und kirchlich. Ich bin froh, dass wir heute die Regionenkonferenzen für Feedback und Hearing nutzen können. Es ist deutlich geworden: Der Synodale Weg geht erfolgreich weiter.“

Ermutigt von der für sie „guten und konstruktiven Debatte“ zeigte sich die Vizepräsidentin des Synodalen Weges, Karin Kortmann, in Berlin: „Das Hearing hat noch einmal wichtige Impulse gegeben, über die schon bestehenden kirchenrechtlichen Handlungsspielräume hinaus neue Wege zu einer geschwisterlichen Kirche zu gehen.“
Insbesondere bei der Frauenfrage werde sich die Zukunft der Kirche entscheiden. „Dabei fühlen wir uns von Papst Franziskus ermutigt, der bei der Amazonas-Synode Frauen eine wichtige Rolle attestiert hat. Ich hoffe, dass wir schon bald die Gelegenheit haben werden, in Rom über den Synodalen Weg zu sprechen. Denn nicht alle Themen dieses Weges werden sich allein in der deutschen Ortskirche umsetzen lassen“, so Karin Kortmann.

In der Debatte zum „Forum Frauen“ standen sich Forderungen nach mutigeren, verbindlicheren Formulierungen und nach einer abwägenderen Sprache gegenüber. Deutlich wurde auch eine Diskrepanz zwischen der Rolle der Frauen an der Basis und in der theologischen Diskussion, etwa in der Frage, warum das Spenden von Sakramenten in der Regel Geweihten vorbehalten ist. An allen Orten wurde eine stärkere Geschlechterparität gefordert und auf Charismen und Fähigkeiten von Frauen hingewiesen, auf die man in der Kirche viel zu oft verzichte. Es gehe dabei auch um das Überdenken des traditionellen Rollenverständnisses und um Fragen der Kommunikation von Geschlechtergerechtigkeit. Man wolle sich auf weltkirchlicher Ebene dafür einsetzen, dass Laien - Frauen und Männer -, sich an der kommenden Bischofssynode im Vatikan zum Thema „Synodalität“ beteiligen können, denn Orts- und Weltkirche könnten gut voneinander lernen.

Monika Grütters betonte am Rande der Regionenkonferenz in Berlin:
„Ich glaube wirklich, dass sich an der Frauenfrage die Zukunftsfähigkeit der Kirche entscheiden wird. Die Frage ‚Wie gehen wir mit Frauen um?‘ setzt ein Verhalten der Institution Kirche voraus. Nur, wenn deren Reformfreudigkeit und deren Energie in der Umsetzung sichtbar werden, werden wir als Katholische Kirche in Deutschland, auch im Angesicht der Weltkirche, glaubwürdig bleiben, dass wir im Heute angekommen sind und tatsächlich akzeptieren, dass sich in 2.000 Jahren viel verändert hat.“

Dokumente, Reden und Beiträge zum Synodalen Weg finden Sie hier:
www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege/